Menschen haben auf der Erde über Hunderttausende von Jahren überlebt, weil wir uns in Gruppen organisiert haben und dieses Konzept, offensichtlich erfolgreich war.
Ein einzelner Mensch braucht die Gruppe, die Gruppe braucht nicht unbedingt den Einzelnen.
Verschiedene Betrachtungen zur Gruppe.
Gruppen und Nationen
Sollte eine Region der Welt, z.B. durch eine Naturkatastrophe, Atomkrieg, etc. in Chaos verfallen, würden sich die Menschen sehr schnell in Gruppen von ca. 20-200 Personen zusammenfinden. Innerhalb solch einer Gruppe würden sich die Menschen helfen, geborgen und sicher fühlen. Gegenüber anderen Gruppen würde sofort ein Konkurrenzverhalten um Ressourcen bestehen, was wiederum zu Aggressionen und Feindseligkeit zwischen den Gruppen führen würde. Es ist nicht denkbar, dass einzelne Menschen, also Hunderttausende Individuen einer Stadt, einfach alleine oder in kleiner Familie weiterleben würden und dann ohne Vorbehalte anderen unbekannten Menschen helfen und vertrauen würden; denn der Mensch hat sich nunmal evolutionär zum Leben in kleinen Gruppen entwickelt. Bis zur Sesshaftigkeit des Menschen, gab es wahrscheinlich nur diese kleinen Gruppen, was sich aber änderte als Siedlungen und Dörfer, bis hin zu Städten entstanden. Die Menschen blieben ortsfest und die Vorteile der Siedlung, des Dorfes und der Städte waren derart, dass immer mehr Menschen dort leben wollten. Eine größere Menschengruppe bietet viele Vorteile und macht viele Errungenschaften und Institutionen erst möglich. Auch die Anführer in einer Gruppe werden mit dem Wachsen ihrer Gruppe mächtiger. Dies musste jedoch gegen die Neigung des Menschen, kleine und konkurrierende Gruppen zu bilden, geschehen. Um dieses Hindernis zu überwinden wurde das Konzept der „Nation“ geschaffen. Nation bedeutet, dass man einer beliebigen Gruppe von Menschen von Kind an beibringt, dass z.B. alle Menschen innerhalb bestimmter geografischer Grenzen, eines gemeinsamen Glaubens, gleicher Kleidung, Sprache, etc. zu einer einzigen, – also deiner -, Gruppe gehören. Auf diese Art wurde gewährleistet, dass sich gänzlich unbekannte Menschen ohne Misstrauen und Aggression begegnen können. Die Nation schafft Kohäsion und ermöglicht das positive Gruppenverhalten der Mitglieder, weit über die natürliche Gruppengröße hinaus. „Nationbuilding“ vermindert den Zerfall und die inneren Kämpfe in großen Gruppen. Da auch Nationen, und insbesondere deren oft mächtige Anführer, in Konkurrenz zu anderen Nationen standen und stehen, macht sich eine Nation und in erster Linie deren Anführer, die Aggression gegenüber fremden Gruppen/Nationen, gerne zum Vorteil. Dieser Mechanismus, besonders des externen Feindes, stärkt den Zusammenhalt der Nation und die Macht des Führers. Wenn eine Nation, dann noch gegen eine andere Nation Ressourcen gewinnen konnte, wurde das Nationalgefühl und die Nation selbst, enorm gestärkt. Aber sogar innerhalb der besiegten Gruppe/Nation, fand wegen unseres Gruppeninstinktes, noch eine Stärkung des Nationalgefühles statt. Da unser Planet Erde immer kleiner wird und wir schon längst wissen, dass wir alle im selben Boot sitzen, müssten wir unbedingt ein globales „Nationbuilding“ durchführen. Alle Menschen dieser Welt sind Teil einer positiven Gruppe, die ja nur als kohärente Gruppe prosperieren kann. Leider schaffen wir und unsere Anführer wesentlich mehr Unterscheidungsmerkmale zwischen den Menschen der Welt und schüren damit die Angst und Aggressionen zwischen Gruppen und Nationen. Wenn wir das in uns verwurzelte Gruppenverhalten verstehen, dann werden wir auch verstehen, dass Menschen anderer Gruppen gar keine Monster, Ungläubige, Wilde, Kolonialisten, Betrüger, Besserwisser und Idioten sind, sondern Menschen im Prinzip genau wie wir; nur dass unser Instinkt uns dies suggeriert. Unser Instinkt suggeriert uns aber auch, dass wir noch 5 weitere Liter Vanilleeis essen wollen, aber unser Verstand/Intellekt bewahrt uns davor. Es ist also möglich. Nationen sind nur künstlich aufgeblasene Gruppengefühle. Lasst uns weiter aufblasen: Es lebe die globale Nation!